reduzierter(?) Brand im Elektroofen
reduzierter(?) Brand im Elektroofen
Guten Tag,
gibt es jemand, der Erfahrung damit hat eine sauerstoffarme Umgebung im Ofen zu erzeugen?
Ich möchte historische Becher fertigen, die eigentlich im Grubenbrand hergestellt wurden. Dabei werden diese Becher schwarz, weil der Brand so gut wie keinen Sauerstoff erhält.
Sieht jemand eine Möglichkeit dies mit einem normalen Brennofen nachzustellen? Ich habe mich bisher nicht getraut eines meiner Luftlöcher am Ofen zu verschließen.
gibt es jemand, der Erfahrung damit hat eine sauerstoffarme Umgebung im Ofen zu erzeugen?
Ich möchte historische Becher fertigen, die eigentlich im Grubenbrand hergestellt wurden. Dabei werden diese Becher schwarz, weil der Brand so gut wie keinen Sauerstoff erhält.
Sieht jemand eine Möglichkeit dies mit einem normalen Brennofen nachzustellen? Ich habe mich bisher nicht getraut eines meiner Luftlöcher am Ofen zu verschließen.
Re: reduzierter(?) Brand im Elektroofen
Hallo,
es gibt die Möglichkeit die Stücke in Brennkapseln zu setzen, die mit Sägespäne usw. gefüllt sind. Trotzdem ist das nicht gut für die Heizelemente. Nimm doch einfach schwarzen Ton für die Becher, dann passiert nichts.
Ima
es gibt die Möglichkeit die Stücke in Brennkapseln zu setzen, die mit Sägespäne usw. gefüllt sind. Trotzdem ist das nicht gut für die Heizelemente. Nimm doch einfach schwarzen Ton für die Becher, dann passiert nichts.
Ima
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Re: reduzierter(?) Brand im Elektroofen
Kurze Zwischenfrage, ich dachte immer die Schwärzung kommt vom Kohlenstoff?!
Liebe Grüße, Jasmin
Liebe Grüße, Jasmin
Re: reduzierter(?) Brand im Elektroofen
Wenn man es nicht zu oft macht und nach einem reduzierenden Brand wieder oxidierend/neutral brennt, sollte es keine Probleme geben - dies laut Markus Klausmann,Ima hat geschrieben:es gibt die Möglichkeit die Stücke in Brennkapseln zu setzen, die mit Sägespäne usw. gefüllt sind. Trotzdem ist das nicht gut für die Heizelemente.
bei dem ich ein Kapselbrand-Seminar besucht habe.
Liebe Grüsse
Sabina
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Re: reduzierter(?) Brand im Elektroofen
Ein reduzierender Brand ist im Elektroofen technisch möglich. Allerdings nur dann , wenn man eine gut schließende Kapsel einsetzen kann. Der Ofen sollte dann aber einen Abzug haben, idealerweise in einen Kaminzug, denn ohne Rauch geht das nicht ab. Außerdem entsteht dabei gerne auch mal Kohlenmonoxyd, der Raum sollte somit gut gelüftet sein, sonst ist nicht nur der Hausfrieden, sondern auch das Leben allgemein gefährdet. Die Spiralen leiden und die Steine auch, besonders, wenn man ansonsten oberhalb 1200°C brennt. Für stark reduzierenden Brand gibt es speziell geeignete Feuerfeststeine und die werden naturgemäß in E-Öfen nicht verbaut. Der Kohlenstoff brennt aus den Poren der Steine wieder raus, die Reduktionseffekte sind nicht umkehrbar.
Es ist somit wirklich eine Überlegung, was man sich und seinem Ofen mit so einer Aktion antut.
Es ist somit wirklich eine Überlegung, was man sich und seinem Ofen mit so einer Aktion antut.
Re: reduzierter(?) Brand im Elektroofen
Was ich mir antue ist ja egal. So eine tödliche Vergiftung mit Kohlenmonoxid würde mir sicher eine Belobigung der Rentenversicherung einbringenGasbrenner hat geschrieben:Es ist somit wirklich eine Überlegung, was man sich und seinem Ofen mit so einer Aktion antut.

Aber ich habe mich noch nicht ganz von der Idee verabschiedet einen Gasofen in meinem Töpferzimmerchen zu betreiben. Mit einer ausreichend dimensionierten aktiven Entlüftung.
Aber zuerst muss ich mal ordentlich Futter für den Elektroofen produzieren.
Viele Grüße vom Rand der Welt
Manfred
Manfred
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Re: reduzierter(?) Brand im Elektroofen
Mit einem Gasofen hast Du natürlich, was Reduktion angeht, ganz andere Möglichkeiten. Auch wenn es mittlerweile "Reduktions-"Glasuren für den E-Brand gibt, kannst Du mit Gas mehr erreichen. Wenn es Dir aber um schwarz-reduzierte Gefäße geht, musst Du gar nicht so gewaltig investieren. Ein ganz einfacher Rakuofen aus einem isolierten Blechfass mit einem Dachdeckerbrenner aus dem Baumarkt reicht schon, um eine Blechkapsel mit Gefäßen und Sägemehl auf die nötige Temperatur zu bringen. Aber bitte nicht im Haus, sondern irgendwo im Freien.
Re: reduzierter(?) Brand im Elektroofen
Und die Nachbarn rufen die FeuerwehrGasbrenner hat geschrieben:Aber bitte nicht im Haus, sondern irgendwo im Freien.



Viele Grüße vom Rand der Welt
Manfred
Manfred
Re: reduzierter(?) Brand im Elektroofen
Herzlichen Dank für Deinen Hinweis zur Lüftung - den hatte ich bei meinem Posting vergesssen...Gasbrenner hat geschrieben:Außerdem entsteht dabei gerne auch mal Kohlenmonoxyd, der Raum sollte somit gut gelüftet sein, sonst ist nicht nur der Hausfrieden, sondern auch das Leben allgemein gefährdet.

Wenn Du die Möglichkeit hast, wäre es am einfachsten, einen Sägemehlbrand in einer Tonne/Metalleimer durchzuführen, wie er z.B. hier beschrieben ist:Scarabaea hat geschrieben:gibt es jemand, der Erfahrung damit hat eine sauerstoffarme Umgebung im Ofen zu erzeugen?
Ich möchte historische Becher fertigen, die eigentlich im Grubenbrand hergestellt wurden.
http://www.axelsteinbach.de/tech/text-t ... dbrand.htm
Damit kommst Du den Ergebnissen des (historischen) Grubenbrandes am nächsten - und dies ohne Dir oder Deinem Ofen zu schaden

Liebe Grüsse
Sabina
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Re: reduzierter(?) Brand im Elektroofen
Hallo Sabina,
Das ist ein schöner Link. Ich bin bei Schwarzkeramik allerdings immer noch ein Anhänger des Kapselbrands. Beim Brand in der Schmauchtonne raucht es mehr und wenn man nicht aufpasst und etwas zu viel Sauerstoff eindringt, ist alles wieder hell. Ist aber meine persönliche Sicht. Viele bekommen mit der Schmauchtonne superschöne Stücke gebrannt. Ich finde, dass dies eine der Techniken ist, bei denen klar wird, was für eine schöne, fast magische Beschäftigung das Töpfern sein kann.
Das ist ein schöner Link. Ich bin bei Schwarzkeramik allerdings immer noch ein Anhänger des Kapselbrands. Beim Brand in der Schmauchtonne raucht es mehr und wenn man nicht aufpasst und etwas zu viel Sauerstoff eindringt, ist alles wieder hell. Ist aber meine persönliche Sicht. Viele bekommen mit der Schmauchtonne superschöne Stücke gebrannt. Ich finde, dass dies eine der Techniken ist, bei denen klar wird, was für eine schöne, fast magische Beschäftigung das Töpfern sein kann.
Re: reduzierter(?) Brand im Elektroofen
Hallo,
danke für die ganzen Antworten! Der Sägemehlbrand in der Tonne ist wirklich interessant. Das werde ich mir neben den anderen Hinweisen genauer ansehen!
Danke!
danke für die ganzen Antworten! Der Sägemehlbrand in der Tonne ist wirklich interessant. Das werde ich mir neben den anderen Hinweisen genauer ansehen!
Danke!
Re: reduzierter(?) Brand im Elektroofen
Liebe Scarabea - sehr gerne geschehen und dickes Daumendrück für Dein Experiment/Vorhaben!
Aber wenn man die Möglichkeiten dazu nicht hat, scheint mir der Sägemehlbrand eine mit einfachen Mitteln zu realisierende Alternative...
Das hast Du sehr schön gesagt!
Jaaaa, es hat etwas Magisches an sich!
Diese "archaischen" Brennmethoden haben ihren besonderen Reiz und fordern mich persönlich heraus...
Jeder Brand bringt neue Erfahrungen und Erkenntnisse - wenn man bereit ist die Spuren von Feuer und Rauch lesen zu lernen
und sich auf die "Unberechenbarkeit" der Elemente einzulassen
Liebe Grüsse
Sabina

Ich auch... weil einfach zuverlässiger!Gasbrenner hat geschrieben:Ich bin bei Schwarzkeramik allerdings immer noch ein Anhänger des Kapselbrands.

Aber wenn man die Möglichkeiten dazu nicht hat, scheint mir der Sägemehlbrand eine mit einfachen Mitteln zu realisierende Alternative...
Gasbrenner hat geschrieben:Ich finde, dass dies eine der Techniken ist, bei denen klar wird, was für eine schöne, fast magische Beschäftigung das Töpfern sein kann.

Das hast Du sehr schön gesagt!

Jaaaa, es hat etwas Magisches an sich!
Diese "archaischen" Brennmethoden haben ihren besonderen Reiz und fordern mich persönlich heraus...
Jeder Brand bringt neue Erfahrungen und Erkenntnisse - wenn man bereit ist die Spuren von Feuer und Rauch lesen zu lernen
und sich auf die "Unberechenbarkeit" der Elemente einzulassen

Liebe Grüsse
Sabina