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Braunstein in weißen Gießton

Verfasst: Donnerstag 18. Februar 2016, 11:49
von sandra_und_peter
Hallo liebes board,

wir sind neu hier, Sandra und Peter aus Berlin, und 2 Amateure in der Welt der Keramik. Wir können sehr gut viele Fragen stellen, aber wohl eher selten welche beantworten.
Aktuell möchten wir weißen Gießton mittel Braunstein so einfärben, daß ein mittleres Grau ( Mausgrau ) entsteht. Wieviel Braunstein ( wir nehmen an, das ist ein Pulver?) würdet Ihr 10 Litern Gießton zusetzen, um das zu erreichen ?

Herzlichen Dank, und einen schönen Tag, S. + P.

Re: Braunstein in weißen Gießton

Verfasst: Donnerstag 18. Februar 2016, 12:37
von Fotomanni
sandra_und_peter hat geschrieben:wir nehmen an, das ist ein Pulver?
Wenn du das annimmst hast du noch keinen Braunstein? Dann würde ich auch keinen kaufen wegen der Giftigkeit. Auch weiß ich nicht ob du damit ein neutrales Grau hinbekommen würdest.

Zum Einfärben von Massen sind am problemlosesten Massefarbkörper: http://www.kerambedarf.de/Neuheiten-201 ... %C3%B6rper

Wieviel musst du in kleinen Versuchsreihen ausprobieren. Das kommt auf den Ton und die Brennbedingungen an

Re: Braunstein in weißen Gießton

Verfasst: Donnerstag 18. Februar 2016, 12:46
von Gasbrenner
Ich habe Zweifel, ob sich mit Braunstein ein schönes Mausgrau erzielen lässt. Der tendiert eher zu einen braun-grau.
Aber ihr müsst das Rad nicht neu erfinden. Es gibt ja auch anthrazitfarbene Gießmassen, die bei 1100°C hübsch grau brennen. Z.B. die Witgert G 116. Wenn ihr höher brennen wollt und das Grau dann zu dunkel wird, könnt ihr wahrscheinlich mit einer weißen Gießmasse "verdünnen". Fragt dazu aber besser bei Witgert nach.

Re: Braunstein in weißen Gießton

Verfasst: Donnerstag 18. Februar 2016, 15:57
von sandra_und_peter
Hallo Gasbrenner, hallo Fotomanni,

herzlichen Dank für die Nachrichten. Den Braunstein stellen wir erstmal zurück und verfolgen den Plan mit den Farbkörpern und/ oder der Gießmasse von Witgert. Wir glasieren bei 1150 Grad, mal sehen. Es war ja eigentlich klar, daß es nie so einfach ist. Vielen Dank !

Peter

Re: Braunstein in weißen Gießton

Verfasst: Donnerstag 18. Februar 2016, 16:03
von Fotomanni
sandra_und_peter hat geschrieben:Es war ja eigentlich klar, daß es nie so einfach ist.
Eigentlich ist es sogar einfacher wenn ihr Giesmassen mischt wie Gasbrenner das vorgeschlagen hat.

Ich würde mit 10% G116 anfangen. Meine Mischungen von Witgert 116 + 11 halbe halbe sind immer noch relativ dunkel. Und vermutlich ist das bei dem Gießton kaum anders als bei der plastischen Masse. Allerdings brenne ich den bei 1230°C

Re: Braunstein in weißen Gießton

Verfasst: Donnerstag 18. Februar 2016, 19:20
von Gasbrenner
Bei "glasieren" ist bei mir die rote Warnleuchte angegangen. Es kann sein, dass die graue Gießmasse dann einen Braunstich bekommt. Probiert es vielleicht mal mit eine kleinen Menge aus. manchmal verschickt Witgert auch Proben
Wenn das nicht klappt, nehmt ihr besser eine weiße Masse mit einer mausgrauen Glasur.

Re: Braunstein in weißen Gießton

Verfasst: Donnerstag 18. Februar 2016, 20:15
von sandra_und_peter
nun, die Substanz des Tons sollte dringend grau sein. Darauf käme dann eine sehr dünne, transparente Glasur in Dunkelblau, ähnlich dieser traditionellen Gefäße aus Süddeutschland, ich glaube es ist Salzbrand (?). Nur eben keine Butterfässer etc, sondern eine moderne zeitgenössische Form.

Re: Braunstein in weißen Gießton

Verfasst: Donnerstag 18. Februar 2016, 21:51
von Gasbrenner
Ok, dass hört sich besser an.
Ein letzter Hinweis, diesmal zum grau-blauen Salzbrand: Zwar finden sich traditionelle Abnehmer hauptsächlich südlich der Mainlinie. Die Hauptproduktion kam aber aus dem Westerwald.
Viel Erfolg und lasst mal Bilder sehen.

Re: Braunstein in weißen Gießton

Verfasst: Freitag 19. Februar 2016, 00:02
von Fotomanni
Wenn euch eine halbwegs brauchbare Imitiation von Salzbglasur gelingt verratet bitte wie es geht. Ich suche immer noch vergeblich danach.

Vermutlich sind ja klassische Westerwälder salzglasierte Sachen wie z.B. Frankfurter Bembel gemeint. Das sind fast weiße Scherben. Das grau kommt von der Salzglasur und die blaue Bemalung ist Kobalt. Die Bemalung geht sehr gut mit Duncan EZ oder Botz Unidekor. Aber für die Glasur habe ich keine Lösung gefunden.

Re: Braunstein in weißen Gießton

Verfasst: Freitag 19. Februar 2016, 00:07
von Fotomanni
Gasbrenner hat geschrieben: Es kann sein, dass die graue Gießmasse dann einen Braunstich bekommt.
Hast du vielleicht einen Tipp für eine Glasur die das nicht macht? Ich habe auf Witgert 116 bestimmt schon ein halbes Dutzend transparente Glasuren ausprobiert ohne Erfolg. Alle mit Braunstich.

Re: Braunstein in weißen Gießton

Verfasst: Freitag 19. Februar 2016, 00:34
von sandra_und_peter
Hallo :),


also das Grau ist uns schonmal gelungen, allerdings nicht zuverlässig wiederholbar. Wir hatten mit den Maßen geschlunzt.
Auf jeden Fall waren es 10l weißer Gießton von Witgert ( der mit der niedrigsten Brenntemperatur ) plus gute 50 g schwarze Farbkörper.
Beim 2ten Versuch blieb der Ton im Brand fast weiß. Die Farbkörper schlagen offensichtlich erst nach einer bestimmten Schwelle an Beimischung an. Nach der Enttäuschung wollten wir eben auf Braunsein wechseln. Das lassen wir jetzt, sondern machen einen Versuch weißer Ton von Witgert, 10l, mit jeder Menge ( 100g ? ) Farbkörper anthrazit.
Wir kriegen das raus !
Wir bemalen in dem Sinne nicht, sondern glasieren mit einer Pumpspritze nahtlos drüber. Das Blau habe ich skrupellos aus alter Botz Flüssigglasur und etwas Farbkörper unbekannter Herkunft zusammen geschüttet. Die Mixtur, mit viel Wasser und etwas transparenter Glasur in Pulverform ist super ... hilft hier jetzt aber auch nicht weiter.

Re: Braunstein in weißen Gießton

Verfasst: Dienstag 23. Februar 2016, 19:17
von Gasbrenner
Zu transparenten Glasuren auf farbigen Massen:
Es ist leider so, dass transparente Glasuren immer einen massiven Einfluss auf die darunter liegende Scherbenfarbe haben. Das gilt besonders für farbige Massen. So ist es z.B. fast unmöglich einen schönen Terracottascherben so zu glasieren, dass die Farbe nicht umschlägt. Die Transparentglasur liegt ja nun mal nicht einfach nur stumpf auf der Scherbenoberfläche. Vielmehr löst die Glasphase die Scherbenoberfläche an. Es bildet sich dann eine Mischung, welche im günstigsten Fall einfach nur farblich intensiver/dunkler ist als der unglasierte Scherben.
Häufig schlägt die Farbe aber deutlich stärker um und es kann eben auch zu Reduktionsvorgängen kommen oder es werden bestimmte färbende Oxyde in der Masse stärker aktiviert als andere. Häufig wird auch die Farbe vorweggenommen, die entsteht, wenn man die Masse bis zur Schmelzgrenze erhitzen würde.
Die Lösung wäre hier wohl nur eine ´farblich inerte Farbkörpermasse.