Echtes Shino
Verfasst: Freitag 26. November 2010, 14:36
Letztes Jahr war ich zu Besuch bei Ogiso Norihiko in Tajimi (Mino no kuni, provinz Gifu) in Japan. Er ist Spezialist für Minoyaki, insbesondere Shino.
Nun hat der gute Mann natürlich auch einen Holzofen (Anagama) in dem er brennt. Er zeigte mir aber zwei Schalen, die er im Elektroofen gebrannt hat, und die waren kaum vom Holzbrand zu unterscheiden.
Er gab mir folgenden Tip: in den meisten Kermamikbüchern und auf glasurverpackungen steht, das man Feldspatglasuren bei 1250-1280 brennen soll (das ist der Schmelzpunkt).
Das führt aber nie zu erwünschten Ergebnissen, da reine Feldspatglasuren extrem leicht kochen oder eine luftdichte Glasschicht bilden, was wiederum dazu führt, das der Scherben auch im eigendlich oxidierenden Elektroofen langweilig grau wird (obwohl es auch Mausgraues sog. Nezumi-Shino gibt, sieht das wiederum anders und viel schöner aus)
Viel wichtiger als die Temperatur ist aber Brenndauer und Abkühlzeit. Er hat die Schalen im Elektroofen mit ein paar Stücken Holzkohle in der Kapsel 70-100 Stunden(!) bei 1180 gebrannt.
Das hat zur Folge, dass der Feldspat eher sintert als schmilzt, seidenmatt bleibt, nicht rinnt sondern eher wie Harz fliest, und das platzende Blasen Zeit haben zu der Shino-typsichen Orangenhaut zusammenzuschmelzen.
Bei so einer langen Brenndauer schwitzen auch Eisen(salze) an die Oberfläche und die Glasur wird an Rändern dunkler wie man es vom Kuchen oder Lasagne her kennt (kann es nicht besser beschreiben).
Ende Januar werde ich Ogiso-sensei wieder besuchen, ich freu mich schon drauf.
Gruß
Florian
Nun hat der gute Mann natürlich auch einen Holzofen (Anagama) in dem er brennt. Er zeigte mir aber zwei Schalen, die er im Elektroofen gebrannt hat, und die waren kaum vom Holzbrand zu unterscheiden.
Er gab mir folgenden Tip: in den meisten Kermamikbüchern und auf glasurverpackungen steht, das man Feldspatglasuren bei 1250-1280 brennen soll (das ist der Schmelzpunkt).
Das führt aber nie zu erwünschten Ergebnissen, da reine Feldspatglasuren extrem leicht kochen oder eine luftdichte Glasschicht bilden, was wiederum dazu führt, das der Scherben auch im eigendlich oxidierenden Elektroofen langweilig grau wird (obwohl es auch Mausgraues sog. Nezumi-Shino gibt, sieht das wiederum anders und viel schöner aus)
Viel wichtiger als die Temperatur ist aber Brenndauer und Abkühlzeit. Er hat die Schalen im Elektroofen mit ein paar Stücken Holzkohle in der Kapsel 70-100 Stunden(!) bei 1180 gebrannt.
Das hat zur Folge, dass der Feldspat eher sintert als schmilzt, seidenmatt bleibt, nicht rinnt sondern eher wie Harz fliest, und das platzende Blasen Zeit haben zu der Shino-typsichen Orangenhaut zusammenzuschmelzen.
Bei so einer langen Brenndauer schwitzen auch Eisen(salze) an die Oberfläche und die Glasur wird an Rändern dunkler wie man es vom Kuchen oder Lasagne her kennt (kann es nicht besser beschreiben).
Ende Januar werde ich Ogiso-sensei wieder besuchen, ich freu mich schon drauf.
Gruß
Florian