Ascheglasur aus Algen

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madsduggen
Beiträge: 2
Registriert: Mittwoch 8. März 2023, 10:12

Ascheglasur aus Algen

Beitrag von madsduggen »

Ich wohne an der Ostsee und habe in den letzten Wochen fleißig Blasentang gesammelt, da ich gelesen habe, dass dieser bzw. die Asche von diesem in den Küstenregionen vor ein paar hundert Jahren aufgrund des hohen Mineralgehaltes oft zur Glasherstellung genutzt wurde (sieh "Vollständige Glasmacherkunst" von Johann Kunckel). Nun meine Frage: Ich habe die Algen nun getrocknet und muss sie zu Asche machen, ich würde gerne Rückstandsfrei und kontrolliert alle organischen Stoffe und Ruße verbrennen und glaube, dass ein Lagerfeuer diese Möglichkeit nicht bietet. Meint ihr man könnte größere Mengen organischen materials in einem Elektrischen Ofen verbrennen, ich habe einen "Experimentierofen" den ich mal geschenkt bekommen habe und den ich für Experimente nutze, für den mir mein Nabertherm Ofen zu wertvoll ist. Ich habe allerdings ein bisschen angst, dass beim Brennvorgang zunächst entzündliche Gase entstehen, die mir bei der Entzündung vielleicht die Klappe "absprengen". Was denkt ihr kann man das machen (natürlich draußen) oder lieber andere Lösung suchen ?
faithinblueskies
Beiträge: 11
Registriert: Freitag 16. Dezember 2011, 07:43

Re: Ascheglasur aus Algen

Beitrag von faithinblueskies »

Hallo,

also ich würde vermuten, dass Algen zu verbrennen in einem Elektroofen keine gute Idee wäre, da die Salzgehalt die Brennspiralen/Steine beschädigen würde.
Leider kann ich nicht genau die Quelle erinnern, aber entweder in das "Ash Glazes" Buch von Phil Rogers oder "Pioneer Pottery" from Michael Cardew wird beschrieben wie man einen einfachen Brennplatz für's Brennen, um Asche zu gewinnen. Ich würde Metal/Eisen vermeiden- sondern Du kannst aus z.B. Backsteine einen einfachen beschützten Brennplatz (Boden und drei "Wände" aus Backsteinen) bauen und damit die Algen behütet brennen. An einem Tag ohne Wind wäre das notwendig.

Falls jemand andere Ideen dazu hat, wäre ich gespannt. Ich habe beim Papieröfen/Rauchbrände getrocknete Seegrass benutzt als Brennstoffzusatz um die schöne Effekte zu gewinnen von dem Salzgehalt (rosa!).

Viel Erfolg!
Faith
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Bertram
Beiträge: 86
Registriert: Sonntag 28. Juni 2020, 22:26

Re: Ascheglasur aus Algen

Beitrag von Bertram »

Bloß nicht im E-Ofen... Die Spiralen mögen es nicht. Ich denke ein normaler Ofen (also die zum Haus heizen) sollte am besten sein. In einer Feuerschale mag es auch gehen, solange da kein Wind stark bläst. Ein Raku Ofen kann es sicher auch. Aber ohne Rost, welcher Brenngut und Asche trennt? Kommt auf die Menge an.
Ich finde es bei Holzasche zumindest schön und lebendig, wenn in der Asche nicht so clean ist. Wenn man sie wäscht und stark siebt, verlieren die Ergebnisse Charakter. Allerdings rede ich hier von Holzasche. Wie es bei Seetang ist, wirst du lernen. Einfach machen.
tuxpert
Beiträge: 132
Registriert: Sonntag 16. Dezember 2012, 20:42
Wohnort: Mannheim

Re: Ascheglasur aus Algen

Beitrag von tuxpert »

Hallo madsduggen,
gut klappt es bei mir in einer alten Brennkapsel die ich mit locker aufgelegtem Deckel in meinem Kaminofen "mitbrenne".
lg,
tuxpert
madsduggen
Beiträge: 2
Registriert: Mittwoch 8. März 2023, 10:12

Re: Ascheglasur aus Algen

Beitrag von madsduggen »

Danke für die Antworten ! Ich habe schon nachdem ich die Frage gestellt hatte einen kleinen Blumentopf mit einer hand voll Algen mit in einen Schrühbrand gestellt und konnte keine negativen Effekte feststellen. Für größere Mengen finde ich die Einwände allerdings berechtigt und auch Energie und Kostentechnisch wäre es wohl etwas verschwenderisch. Ich habe jetzt aus einem Schamott-ofenrohr (⌀30cm) einen kleinen Ofen extra zu diesem Zweck gebaut (Lediglich ein Untergestell aus Vierkantrohr mit einem Sieb) Ich habe die Verbrennung von unten mit einem Rakubrenner gestartet, durch den Schloteffekt lief die Verbrennung allerdings recht schnell autark. Da ich durch den auftrieb recht viel Asche über die Abluft verloren habe, habe ich dann auch noch ein sieb oben auf den Ofen gelegt. Das mit der Brennkapsel klingt für kleinere Mengen auch sehr gut, da es keinen Extra aufwand macht, werde ich im Winter ausprobieren wenn wir wieder heizen.
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